Für Mitochondrien & gegen oxidativen Stress

Mitochondrien & gegen oxidativen Stress



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Was ist Oxidativer Stress?

Auch das Robert Koch Institut berichtet im Bundesgesundheitsblatt 2008 über oxidativen Stress als heimliche Ursache für viele Erkrankungen. Mehrere Mechanismen führen zur Bildung von "reaktiven Sauerstoffspezies" ROS (manchmal auch freie Radikale genannt) im Organismus:

Sauerstoff als Elektronenakzeptor für die Energiegewinnung in den Mitochondrien

Ein Großteil des vom Körper aufgenommenen Sauerstoffs wird als Elektronenakzeptor für die Energiegewinnung in den Mitochondrien umgesetzt. Der weitaus größte Teil des Sauerstoffs wird hierbei zwar vollständig unter Bildung von Wasser reduziert, jedoch entstehen durch „fehlgeleitete“ Elektronen auch unvollständig reduzierte Sauerstoffspezies, wie etwa das Superoxidanionradikal (O2 •−), sowie Folgeprodukte, zu denen Wasserstoffperoxid oder das Hydroxylradikal gehören.

Im Alter können die Mitochondrien nicht mehr effizient arbeiten und die Bildung von Reaktiven Sauerstoffspezies erhöht den Oxidativen Stress.

Andere Quellen von oxidativen Sauerstoff-Radikalen

Zweitens existieren zahlreiche Oxidoreduktasen, also Enzyme wie Dehydrogenasen, Oxidasen und ähnliche, die im Rahmen normaler physiologischer Prozesse zur Bildung von reaktiven Sauerstoff und Stickstoffspezies beitragen. Drittens werden bei Entzündungsprozessen von Makrophagen und anderen Zellen der Immunabwehr reaktive Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen zur Vernichtung von Mikroorganismen abgegeben. Viertens hat die Einwirkung einer Vielzahl exogener Noxen und Umwelteinflüsse−beispielsweise von UV-Strahlung, Luftverschmutzung (Ozon, Stickstoffoxide, verschiedene Stäube), aber auch einiger Medikamente und Industriechemikalien −die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies zur Folge.

Mechanismen zum Schutz vor oxidativer Schädigung

Aerobe Lebewesen verfügen über Mechanismen zum Schutz vor oxidativer Schädigung So können ROS und reaktive Stickstoffspezies (RNS) inaktiviert, die Bildung dieser Spezies vermindert oder die verursachten Schäden repariert werden. Die stärkste antioxidative Wirkung hat das Glutathion innserem Körper.

Acetylcystein, Methylsulfonylmethan MSM, Alpha-Liponsäure, Vitamin C, Vitamin E u.v.a.m. sind selbst Antioxidantien und unterstützen die Funktion des Glutathion.

Wenn die Natur aus dem Gleichgewicht gerät

Unter normalen physiologischen Bedingungen herrscht ein Gleichgewicht zwischen „oxidativen“ und „antioxidativen“ Prozessen. Eine Auslenkung dieses Gleichgewichtes zugunsten der Bildung von oxidativ wirksamen Molekülen (Oxidantien) sowie der die Bildung von Oxidantien fördernden Vorstufen, der Prooxidantien, wird als „oxidativer Stress“ bezeichnet. Ein solcher Zustand kann sowohl durch vermehrte Bildung von Prooxidantien als auch durch Verlust an Konzentration oder Aktivität von Antioxidantien hervorgerufen werden. Oxidativer Stress kann zu strukturellen Modifikationen körpereigener Moleküle führen, was den Verlust bestimmter Funktionen von Proteinen, Lipiden und DNA sowie Gewebeschädigungen nach sich ziehen kann.

Oxidativer Stress ist durch seine entzündungsfördernde Wirkung die heimliche Ursache für die Entstehung zahlreicher chronischer Krankheiten, z. B. Krebs-, Herz-/Kreislauf-, neurodegenerativen-, Autoimmun-, Darm- und Gelenkerkrankungen.