Lebergesundheit & Entgiften

Lebergesundheit & Entgiften



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Die Leber – das wichtigste Entgiftungssystem in unserem Körper

Die Leber ist also der Ort, an dem üblicherweise der Großteil der Entgiftung stattfindet. Über Millionen von Jahren hat sich ein ausgeklügeltes System entwickelt um mit giftigen Substanzen zu Recht zu kommen. Jedes Medikament, Chemikalien, Hormon oder Pestizid wird in der Leber mit Hilfe von Enzymen metabolisiert (aufgespalten).

Viele der Gifte, die wir aufnehmen, sind fettlöslich. Das bedeutet sie lösen sich in öligen Lösungen und nicht in Wasser. Das erschwert die Ausscheidung, da Urin eine wässrige Lösung ist und Gifte nur über die Nieren ausgeschieden werden können, wenn diese in Wasser gelöst werden können. Fettlösliche Gifte haben eine hohe Affinität für fettreiche Gewebe und Zellmembranen und lagern sich dort an. In Fettgewebe gebundene Gifte können dort oft viele Jahre oder Jahrzehnte verbleiben und werden freigesetzt sobald das Fettgewebe abgebaut wird. Dies kann zu Symptomen wie Übelkeit, Herzklopfen,

Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen etc. führen. Die Leber hat also die Aufgabe, diese Gifte unschädlich zu machen und ihre Ausscheidung über Urin oder Galle zu ermöglichen. Dies tut sie, indem sie fettlösliche Gifte in wasserlösliche Substanzen umwandelt. Wir unterscheiden hier zwei Hauptmechanismen im Entgiftungsprozess der Leber, welche üblicherweise als Phase1 und Phase 2 detoxification pathway bezeichnet werden.

Phase 1 Entgiftungsweg

Phase 1 wird durch eine bestimmte Gruppe von Enzymen durchgeführt. Diese Enzyme heißen Cytochrome P-450 Enzyme Gruppe oder Mixed Function Oxidase Enzymes (MFO). Leberzellen produzieren diese Enzyme, sobald sie in Kontakt mit gewissen Chemikalien kommen. Dieser Entgiftungsweg verwandelt eine gefährliche Substanz in eine weniger gefährliche Substanz. Bei diesem Umwandlungsprozess entstehen freie Radikale, welche, im Übermaß produziert, die Leberzellen schädigen können. Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Glutathion reduzieren die schädigende Wirkung von freien Radikalen und schützen so die Leber.

Manche Chemikalien, z.B. bestimmte Pestizide aber auch Koffein, Alkohol, Dioxin, Lösungsmittel, Barbiturate etc. können das P-450 Enzymsystem stören in dem sie eine Überaktivität des Systems stimulieren. Diese Überaktivität führt zu einer enormen Produktion von freien Radikalen welche dann, wenn nicht entsprechend neutralisiert, zu Schäden an Proteinen, DNA und RNA führen können.

Phase 2 Entgiftungsweg

Der Phase 2 Entgiftungsweg wird, auch als Konjugationsreaktion bezeichnet. Dabei werden die Moleküle mit wasserlöslichen Molekülen verbunden (konjugiert) und können dann entweder über die Nieren oder über die Galle ausgeschieden werden.

In der zweiten Phase werden die Fremdstoffe oder Metabolite (Zwischenprodukte) der ersten Phase mit endogenen (d. h. organismuseigenen), meist stark wasserlöslichen Stoffen verbunden. Dadurch wird einerseits die Wasserlöslichkeit von Zwischenprodukten der ersten Phase (meistens) stark erhöht. Andererseits können potenziell giftige Reaktionsprodukte des ersten Schrittes weiter entgiftet und schließlich ausgeschieden werden.

Phase 1 und Phase 2 Entgiftungswege in der Leber, sowie die benötigten Co-Faktoren:

„Die beste Art zu entgiften, ist einfach aufzuhören weniger giftige Dinge in seinen Körper zu stopfen und auf die natürlichen Mechanismen des Körpers zu vertrauen“ Chris Kresser M.D.

An erster Stelle steht also, die Menge an giftiger Substanzen in unserer Nahrung und unserer Umwelt soweit wie möglich zu reduzieren. Frische, unverarbeitete Lebensmittel sind da natürlich unentbehrlich.

An zweiter Stelle, aber nicht weniger wichtig, ist die Versorgung mit all den wichtigen Bausteinen, damit die Leber effizient entgiften kann. Unser Körper braucht also bestimmte Substanzen um Giftstoffe zu neutralisieren und um sie wasserlöslich zu machen.

 

Die wichtigsten Co-Faktoren für Phase 1: NADH, Riboflavin (Vitamin B2), Niacin (Vitamin B3), Magnesium, Eisen

Die wichtigsten Co-Faktoren für Phase 2: Glutathion bzw. N-Acetyl-L-Cystein, Glycin, Sulfate, Methylgruppen, Aminosäuren

uHealth

bietet viele dieser Co-Faktoren für die Entgiftung an unter den Kategorien Vitamine & Aminosäuren sowie Mitochondriengesundheit: Methylfolat, Methylcobalamin, N- Acetyl-L-Cystein, Magnesium, Glycin, Glutamin, Taurin, Vitamin C

Heilpflanzen für die Leberentgiftung

Mariendisteln

Die wohl bekannteste Heilpflanze, wenn es um Lebergesundheit geht, ist die Mariendistel und ihr Wirkstoff Silymarin (ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavonolignane). Die Mariendistel (Silybum marianum L.) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler und vornehmlich im europäischen Mittelmeerraum beheimatet.

Der wichtigste aktive Wirkstoffkomplex der Mariendistel ist das Silymarin, das sich aus den Flavonolignanen Silibinin, Isosilibinin, Silidianin und Silicristin, zusammensetzt.

Zudem enthält die Pflanze viel Eiweiß, zellschützendes Vitamin E, Carotinoide und ätherische Öle, die sich durch einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auszeichnen. Die Silymarin-Gruppe hat ausgeprägte Leber-Schutzfunktion, wirkt sehr gut antientzündlich und antioxidativ und verbessert die Entgiftungsaktivität der Leber. Durch Förderung des Galleflusses wird außerdem die Fettverdauung gesteigert. Silymarin hat zudem vielversprechende Anti-Krebs-Wirkung in Tiermodellen gezeigt. Silymarin ist ein äußerst wirkungsvolles Antioxidans, das schon seit Jahrhunderten gegen Lebererkrankungen, aber auch bei Beschwerden der Gallenblase eingesetzt wird. Die pflanzlichen Extrakte können in hoch dosierter Form die Zellen stabilisieren und Gifte wie Alkohol, Schwermetalle oder Pestizide am Eindringen in die Zelle hindern beziehungsweise diese entgiften.

Bei Belastungen der Leber sowie Verdauungs-Problemen wie Blähungen oder Völlegefühl eignen sich am besten Kapseln, die eine hohe Dosis an Silymarin enthalten.